Österreichischer Arbeitskreis Kunststoffrohr Recycling
ÖAKR Herbstgespräch 2008
ÖAKR nachhaltig vorteilhaft
Das europaweit vorbildhafte Sammel- und Verwertungssystem ÖAKR (Österreichischer Arbeitskreis Kunststoffrohr Recycling) bringt vielfältigen Nutzen in ökologischer und ökonomischer Hinsicht. Weiters ist es als Kundenservice ersten Ranges nicht mehr wegzudenken. Dies bestätigten die Teilnehmer des "ÖAKR-Herbstgesprächs 2008", das am 13. November im Kloster UND stattfand.
Das schon traditionelle Get-together zum umfassenden Wissens- und Erfahrungsaustausch der ÖAKR-Mitgliedsunternehmen mit Experten und Entscheidungsträgern aus EU-, Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, Kunden- und Branchenseite, Verbänden und Medien wurde von ORF-NÖ-Redakteurin Judith Weissenböck moderiert.
2008 neuerlicher Rekord beim Kunststoffrohr-Recycling
Gleich zu Beginn präsentierte ÖAKR-Obfrau Mag. Gerda Aichinger die erfreuliche Hochrechnung zur Bilanz 2008, wonach sich wiederum ein herausragender Sammelrekord abzeichnet.
Das diesjährige Herbstgespräch widmete sich vorrangig der Frage nach dem Nutzen des ÖAKR. DI Mag. Harald Pilz betonte in diesem Zusammenhang den positiven Beitrag zur Umweltbilanz von Kunststoffrohren. "Recycling von Kunststoffrohren leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und CO2-Vermeidung. Energieverbrauch & CO2-Emissionen steigen im Schnitt an, wenn Kunststoffrohre durch andere Materialien ersetzt werden", erklärte Pilz, der sich als Projektleiter der denkstatt GmbH (vormals: GUA) intensiv mit Carbon Footprint, Lebenszyklusanalysen und Nachhaltigkeitsbewertungen für Produkte und Leistungen befasst.
Dass das Recycling neben den unbestreitbaren Vorteilen für die Umwelt auch zu volkswirtschaftlichem Nutzen führt - beispielsweise durch Einsparung knapper werdender Primärrohstoffe wie Rohöl - zeigte DI Mag. Peter Beigl, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Abfallwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien, auf. In seinen Ausführungen spannte er einen Bogen von abfallwirtschaftlichen Aspekten über den umweltrechtlichen Rahmen hin zur wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Bedeutung des ÖAKR, wo Kosten-Nutzen-Vergleiche auf Basis aktueller Kostenverhältnisse eindeutige Vorteile aus Sicht der Abfallerzeuger zeigten.
Der Bereichsleiter für Rohre und Leiter der Zertifizierungsstelle ofi CERT der ofi Technologie & Innovation GmbH, DI Udo Pappler, betonte die Bedeutung des ÖAKR als Bestandteil der ÖGA (Österreichische Güteanforderungen für Erzeugnisse im Siedlungswasserbau), deren Ziel es ist, mit ökonomisch und ökologisch nachhaltigen Anlagen für ein hohes Qualitätsniveau im österreichischen Siedlungswasserbau zu sorgen.
Kunststoffrohrrecycling als Vorbild
"In Bezug auf die künftigen Recyclingziele im Bereich der Bauabfälle sind die Anstrengungen des ÖAKR ein wichtiger und zukunftsorientierter Beitrag, der hoffen lässt, dassauch andere produktverantwortliche Hersteller ihre Verantwortung erkennen und ihre entsprechenden Beiträge leisten", betonteUniv.Lektor Dr. Christian Keri von der Abteilung Abfalllogistik, Vermeidung und produktbezogene Abfallwirtschaft des Lebensministeriums. Als Vorteile freiwilliger Systeme führte er die größere Flexibilität der Maßnahmen und Zielgestaltung an, die auch auf besondere Situationen, wie z. B. wirtschaftliche Rahmenbedingungen sofort eingehen könnten. "Wesentliche Nachteile sind, dass nicht jeder im gleichen Ausmaß verpflichtet ist, mitzumachen und auch finanzielle Verantwortung zu übernehmen, sodass sehr schnell Wettbewerbsverzerrungen entstehen können", fuhr Keri fort. Und umfassende Verantwortung übernimmt der ÖAKR seit seiner Gründung 1991. Die 11 ÖAKR Mitgliedsunternehmen Agru, Dietzel Univolt, Geberit, Glynwed, Ke Kelit, Kontinentale, Martoni, Pipelife, Poloplast, Rehau und Uponor finanzieren das System auch zur Gänze.
Dass die Kunden die Möglichkeit der kostenlosen Rückgabe der Verarbeitungsreste und Altrohre über das österreichweit flächendeckende Sammelsystem und das Wissen um deren umweltgerechte Entsorgung als Service ersten Ranges sehr schätzen, betonten Ing. Gerhard Burger von der Betriebsleitung des Wasserwerks Krems sowie Installateur-Bundesinnungsmeister a. D. KommR. Wilfried Kugler. Dies konnte auch ÖAKR-Obmann-Stv. und Pipelife-Geschäftsführer Mag. Karl Aigner nur bestätigen. Denn Sammelstellen befinden sich nicht nur bei Firma Reststofftechnik und deren regionalen Partnern, sondern auch bei den ÖAKR-Mitgliedsunternehmen.
Auch ein Thema beim "ÖAKR-Herbstgespräch 2008": Die europäische Chemikalienverordnung REACH. Der Präsident der Vereinigung Österreichischer Kunststoffverarbeiter VÖK, Ing. Leopold Katzmayer, zeigte deren Auswirkungen auf das Recycling auf.